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Projekt Tiergarten Schloss Raesfeld
Tiergarten
Projekt Tiergarten Schloss Raesfeld
In unmittelbarer Nähe der historischen Schlossanlage Raesfeld wurde Anfang des Jahres 2005 das Informations- und Besucherzentrum Tiergarten Schloss Raesfeld errichtet. Das moderne Gebäude ist wesentlicher Bestandteil und Kristallisationspunkt eines außergewöhnlichen Projektes mit überregionaler Ausstrahlung.
Der dem Gebäude und Schloss angrenzende Tiergarten lädt schon seit vielen Jahren mit seinem gut ausgebauten Wegenetz Besucher und Naturfreunde zu Spaziergängen ein. Eine aus dem Jahre 1729 stammende Karte erweckte bei der Gemeinde Raesfeld und dem Kreis Borken die Idee, unter dem Motto "Wahrung des kulturhistorischen Erbes", der in seiner Grundstruktur noch weitgehend erhaltenen Anlage durch forstliche und bauliche Maßnahmen die typischen Eigenarten eines renaissancezeitlichen Tiergartens wiederzugeben. Seine heutige Gestalt erhielt es Mitte des 17. Jahrhunderts von Reichsgraf Alexander II. von Velen. Standesbewusst ließ er von 1646 bis 1658 die Burganlage zu einer Residenz im Stil der Spätrenaissance ausbauen und ab 1653 westlich des herrschaftlichen Gebäudes den Tiergarten anlegen. Der Tiergarten vereinte damit die heimischen Landschaftselemente und ihre verschiedenen üblichen Nutzungen. Ein ca. fünf Kilometer langer Wall mit aufgesetzter Palisade fasste ursprünglich das Gelände ein, um Großwild und exotische Tiere halten zu können. Die heutige Wildtierhaltung im revitalisierten Tiergarten Schloss Raesfeld folgt wildbiologischen Konzepten. Hierzu gehörte auch im Frühjahr 2004 die Wiederansiedelung von Rot- und Damwild. Beide Hirscharten sollen in ihrer natürlichen Umgebung leben und zu beobachten sein. Damit entspricht die Wildtierhaltung den modernen naturpädagogischen Zielen des Projektes.
Ganzheitliches Naturerleben zu ermöglichen, ist eines der Kernziele des Projektes Tiergarten Schloss Raesfeld. Durch insgesamt sechs selbstschließende Tore ist das Gelände weiterhin kostenfrei zugänglich. Drei Rundwege laden zum Erkunden des Tiergartens ein. Der Längste führt auf rund fünf Kilometer von Nordosten durch den waldfreien Streifen am Mühlenbach und den Teichen entlang bis zur Mühlenruine am südwestlichen Ende des Herrentals und von dort am südlichen Wall entlang durchs Waldgebiet und an der Heidefläche vorbei zurück zum Weinbergteich. Wer bereits hinter dem Forellenteich links einbiegt, stößt bei den Palisaden auf den südlichen Rückweg und ist nach zweieinhalb Kilometern wieder am Ausgangspunkt. Noch kürzer wird die Runde, wenn man hinter dem Ottoteich nach links Richtung Wellbrockquelle abbiegt.
Das Tiergarten Projekt wurde aufgrund seiner herausragenden Bedeutung in das NRW Aktionsprogramm zur nachhaltigen Regionalentwicklung in die REGIONALE 2004 links und rechts der Ems als Korrespondenzobjekt aufgenommen.
Am 24. Juli 2004 stellte der neu gegründete gemeinnützige Trägerverein den revitalisierten Tiergarten der Öffentlichkeit vor. Die Umsetzung basiert auf einem Nutzungsvertrag, den der Verein mit dem damaligen Eigentümer Dietrich Reichsfreiherr von Landsberg-Velen geschlossen hat.











